Littorella uniflora (L.) Asch.

Strandling

Art ISFS: 242400 Checklist: 1027240 Plantaginaceae Littorella Littorella uniflora (L.) Asch.

Zusammenfassung

Artbeschreibung (nach Lauber & al. 2018): Mit oberirdischen Ausläufern, 3-12 cm hoch. Blätter in grundständiger Rosette, schmal-lineal, grasartig, oft rinnig, im Querschnitt nicht 4kammrig (vgl. Isoetes), kahl. Einhäusig . Männliche Blüten einzeln auf langen Stielen, 6-8 mm lang, Krone weisslich, röhrenförmig, 4teilig, Staubfäden sehr lang, weit herausragend. Weibliche Blüten am Grund des Stiels der männlichen, meist zu 2, mit etwa 4 mm langer Krone und 12 mm langem Griffel. Frucht 2-2,5 mm lang.

Blütezeit (nach Lauber & al. 2018): 4-6(-9)

Standort und Verbreitung in der Schweiz (nach Lauber & al. 2018): Sandig-kiesige Seeufer / kollin / M, BO (Thunersee), südliches TI

Verbreitung global (nach Lauber & al. 2018): Europäisch

Ökologische Zeigerwerte (nach Landolt & al. 2010) 4 + w + 32-442.h.2n=24

Status

Status IUCN: Stark gefährdet

Nationale Priorität: 3 - Mittlere nationale Priorität

Internationale Verantwortung: 1 - Gering Erhalten/ Fördern Gefährdungen Regulierung des Wasserstandes (Stauung) Eutrophierung ( früher Einleitungen, heute aus der Luft) Zerstörung des Lebensraums ( Überbauung und Befestigungen jeglicher Art, Stege, Bootsanlegeplätze, Überkiesungen (z. B. Badestrände)) Veränderte Strömungsdynamik (Befestigungen etc.) Konkurrenz (Phalaris arundinacea, Phragmites australis, Agrostis stolonifera, Carex acuta, C. elata; bei den drei letzten nützt die Mahd nichts!) Verbrennen von Mähgut direkt am Strand Verbuschung, Beschattung, Treibholzanschwemmung Intensive touristische Nutzung (Baden, Surfen, Segeln, Camping) Kleine, isolierte Populationen Verschwinden des natürlichen Habitats

Ökologie

Lebensform Mehrjähriger Hemikryptophyt

Lebensraum Lebensraum nach Delarze & al. 2015

2.1.3 - Strandlingsgesellschaften (Littorellion)

fett Dominante Art, welche das Aussehen des Lebensraumes mitprägt Charakterart Weniger strikt an den Lebensraum gebundene Art

Ökologische Zeigerwerte nach Landolt & al. (2010)

BodenfaktorenKlimafaktorenSalztoleranz
Feuchtezahl Fnass; Feuchtigkeit stark wechselnd (mehr als ± 2 Stufen)Lichtzahl LhellSalzzeichen--
Reaktionszahl Rschwach sauer bis neutral (pH 4.5-7.5)Temperaturzahl Tkollin ( Laubmischwälder mit Eichen)
Nährstoffzahl NnährstoffarmKontinentalitätszahl Ksubozeanisch (hohe Luftfeuchtigkeit, geringe Temperaturschwankungen, eher milde Winter)

Abhängigkeit vom Wasser

Flüsse0 - unbedeutend, keine Bindung.
Ruhiges Wasser2 - Schwerpunktlebensraum
Grundwasser0 - unbedeutend, keine Bindung.

Nomenklatur

Gültiger Name (Checklist 2017): Littorella uniflora (L.) Asch.

Volksname Deutscher Name: Strandling Nom français: Littorelle uniflore Nome italiano: Littorella

Übereinstimmung mit anderen Referenzwerken

RelationNomReferenzwerkeNo
=Littorella uniflora (L.) Asch.Checklist 2017242400
=Littorella uniflora (L.) Asch.Flora Helvetica 20011728
=Littorella uniflora (L.) Asch.Flora Helvetica 20121644
=Littorella uniflora (L.) Asch.Flora Helvetica 20181644
=Littorella uniflora (L.) Asch.Index synonymique 1996242400
=Littorella uniflora (L.) Asch.Landolt 19772770
=Littorella uniflora (L.) Asch.Landolt 19912252
=Littorella uniflora (L.) Asch.SISF/ISFS 2242400
=Littorella uniflora (L.) Asch.Welten & Sutter 19821641

= Taxon stimmt mit akzeptiertem Taxon überein (Checklist 2017) <Taxon ist im akzeptierten Taxon (Checklist 2017) enthalten> Taxon enthält (neben anderen) auch das akzeptierte Taxon (Checklist 2017)

Status Indigenat: Indigen

Liste der gefährdeten Pflanzen IUCN (nach Walter & Gillett 1997): Nein

Status Rote Liste national 2016

Status IUCN: Stark gefährdet

Zusätzliche Informationen Kriterien IUCN: C1

Status Rote Liste regional 2019

Biogeografische RegionenStatusKriterien IUCN
Jura (JU)regional beziehungsweise in der Schweiz ausgestorben (Regionally Extinct)
Mittelland (MP)stark gefährdet (Endangered)C1
Alpennordflanke (NA)stark gefährdet (Endangered)C1
Alpensüdflanke (SA)stark gefährdet (Endangered)C1
Östliche Zentralalpen (EA)--
Westliche Zentralalpen (WA)regional beziehungsweise in der Schweiz ausgestorben (Regionally Extinct)

Status nationale Priorität /Verantwortung

Nationale Priorität3 - Mittlere nationale Priorität
Massnahmenbedarf2 - Klarer Massnahmebedarf
Internationale Verantwortung1 - Gering
Überwachung Bestände2 - Überwachung ist nötig

Schutzstatus

International (Berner Konvention)Nein
GEVollständig geschützt(25.07.2007)
TGVollständig geschützt(01.01.2018)
Schweiz--
VDVollständig geschützt(02.03.2005)
TIVollständig geschützt(23.01.2013)

Erhalten/ Fördern Gefährdungen und Massnahmen Regulierung des Wasserstandes (Stauung) Keine Regulierung des Wasserstandes wenn möglich Natürliche Seespiegelschwankungen weiterhin zulassen bzw. fördern Erhalten oder Fördern der gelegentlichen starken Überflutung und des Trockenfallens, damit Konkurrenten wie Schilf, Potamogeton etc. reduziert werden Eutrophierung ( früher Einleitungen, heute aus der Luft) Wasserschutzmassnahmen weiterführen Nicht sauber geklärte Einläufe sanieren Pufferzonen einrichten Zerstörung des Lebensraums ( Überbauung und Befestigungen jeglicher Art, Stege, Bootsanlegeplätze, Überkiesungen (z. B. Badestrände)) Bei der Aufstellung von Projekten den Schutz bestehender Biotope priorisieren Projekte zu Gunsten der Arten fördern und belohnen Die Dynamik der Wasserströmungen bei der Planung berücksichtigen Veränderte Strömungsdynamik (Befestigungen etc.) Abbau von Uferverbauungen fördern Renaturierungen umsetzen Einbezug der Strömungsdynamik in die Planung Konkurrenz (Phalaris arundinacea, Phragmites australis, Agrostis stolonifera, Carex acuta, C. elata; bei den drei letzten nützt die Mahd nichts!) Ausreissen von konkurrierenden Einzelpflanzen (P. arundinacea, C. acuta); zweimalige Mahd ( P. australis, P. arundinacea, flächig nur falls gefroren) Soden entfernen ( A. stolonifera) Aushacken ( C. elata) Verbrennen von Mähgut direkt am Strand Mähgut immer entfernen Keine Feuer im direkten Strandbereich Verbuschung, Beschattung, Treibholzanschwemmung Entbuschen Auslichten (z. B. aufwachsende Kopfweiden) Im Bereich bestehender Vorkommen Treibholzanlandung entfernen Intensive touristische Nutzung (Baden, Surfen, Segeln, Camping) Öffentlichkeit informieren und sensibilisieren (Infotafeln) Aktuelle Fundorte z. T. einzäunen oder absperren Kleine, isolierte Populationen Schutz aller Fundstellen (Mikroreservate) Ex-situ Vermehrung von indigenem Material und Wiederansiedlung an ursprünglichen (oder potentiellen) Fundstellen Bestehende Pflegemassnahmen weiterführen Erfolgskontrolle gewährleisten Verschwinden des natürlichen Habitats Oftmals is der Mangel an geeigneten Standorten für Ansiedlungen ein Problem. Dafür müssen neue geeignete Flächen im historischen Verbreitungsgebiet geschaffen werden Ex situ Material Close In-situ Massnahmen Close Mehr Informationen Merkblatt Artenschutz Verhaeghe F., 2021: Etude et conservation de la Littorelle à une fleur ( Littorella uniflora L.) en danger régionalement