Dianthus gratianopolitanus Vill.

Grenobler Nelke

Art ISFS: 136100 Checklist: 1015210 Caryophyllaceae Dianthus Dianthus gratianopolitanus Vill.

Zusammenfassung

Artbeschreibung (nach Lauber & al. 2018): Ähnlich wie D. sylvestris, aber Blätter +/- flach, Kelchschuppen 4-6, die unteren allmählich und lang zugespitzt. Kronblätter hellpurpurn, am Schlundingang bärtig, vorn gezähnt .

Blütezeit (nach Lauber & al. 2018): 5-7

Standort und Verbreitung in der Schweiz (nach Lauber & al. 2018): Felsen, felsige Hänge / kollin-montan / J, vereinzelt M

Verbreitung global (nach Lauber & al. 2018): Mitteleuropäisch

Ökologische Zeigerwerte (nach Landolt & al. 2010) 152-43 + 4.h.2n=60,90

Status

Status IUCN: Verletzlich

Nationale Priorität: 3 - Mittlere nationale Priorität

Internationale Verantwortung: 2 - Mittel Erhalten/ Fördern Gefährdungen kleine, isolierte Vorkommen Verbuschung und Beschattung von Felsgraten Mechanische Einwirkungen durch Freizeitaktivitäten (Wanderer, Kletterer) Renovationen und Sanierungsarbeiten an Schlössern und Ruinen Beweidung Ausgraben

Ökologie

Lebensform Mehrjähriger Hemikryptophyt

Lebensraum Lebensraum nach Delarze & al. 2015

4.1.1 - Wärmeliebende Kalkfels-Pionierflur (Alysso-Sedion)

fett Dominante Art, welche das Aussehen des Lebensraumes mitprägt Charakterart Weniger strikt an den Lebensraum gebundene Art

Ökologische Zeigerwerte nach Landolt & al. (2010)

BodenfaktorenKlimafaktorenSalztoleranz
Feuchtezahl Fsehr trockenLichtzahl LhellSalzzeichen--
Reaktionszahl Rbasisch (pH 6.5->8.5)Temperaturzahl Tunter-montan und ober-kollin
Nährstoffzahl NnährstoffarmKontinentalitätszahl Ksubkontinental (niedrige relative Luftfeuchtigkeit, grosse Temperaturschwankungen, eher kalte Winter)

Abhängigkeit vom Wasser

Flüsse0 - unbedeutend, keine Bindung.
Ruhiges Wasser0 - unbedeutend, keine Bindung.
Grundwasser0 - unbedeutend, keine Bindung.

Nomenklatur

Gültiger Name (Checklist 2017): Dianthus gratianopolitanus Vill.

Volksname Deutscher Name: Grenobler Nelke Nom français: Oeillet de Grenoble Nome italiano: Garofano di Grenoble

Übereinstimmung mit anderen Referenzwerken

RelationNomReferenzwerkeNo
=Dianthus gratianopolitanus Vill.Checklist 2017136100
=Dianthus gratianopolitanus Vill.Flora Helvetica 2001412
=Dianthus gratianopolitanus Vill.Flora Helvetica 20121264
=Dianthus gratianopolitanus Vill.Flora Helvetica 20181264
=Dianthus gratianopolitanus Vill.Index synonymique 1996136100
=Dianthus gratianopolitanus Vill.Landolt 1977996
=Dianthus gratianopolitanus Vill.Landolt 1991866
=Dianthus gratianopolitanus Vill.SISF/ISFS 2136100
=Dianthus gratianopolitanus Vill.Welten & Sutter 1982337

= Taxon stimmt mit akzeptiertem Taxon überein (Checklist 2017) <Taxon ist im akzeptierten Taxon (Checklist 2017) enthalten> Taxon enthält (neben anderen) auch das akzeptierte Taxon (Checklist 2017)

Status Indigenat: Indigen

Liste der gefährdeten Pflanzen IUCN (nach Walter & Gillett 1997): Nein

Status Rote Liste national 2016

Status IUCN: Verletzlich

Zusätzliche Informationen Kriterien IUCN: C2a(i)

Status Rote Liste regional 2019

Biogeografische RegionenStatusKriterien IUCN
Jura (JU)verletzlich (Vulnerable)C2a(i)
Mittelland (MP)stark gefährdet (Endangered)C2a(i)
Alpennordflanke (NA)ungenügende Datengrundlage (Data Deficient)
Alpensüdflanke (SA)--
Östliche Zentralalpen (EA)--
Westliche Zentralalpen (WA)--

Status nationale Priorität /Verantwortung

Nationale Priorität3 - Mittlere nationale Priorität
Massnahmenbedarf1 - Möglicher (unsicherer) Massnahmebedarf
Internationale Verantwortung2 - Mittel
Überwachung Bestände1 - Überwachung ist eventuell nötig

Schutzstatus

International (Berner Konvention)Nein
AGVollständig geschützt(01.01.2010)
BEVollständig geschützt(01.01.2016)
JUVollständig geschützt(06.12.1978)
SHVollständig geschützt(06.03.1979)
SOVollständig geschützt(23.02.1972)
SchweizVollständig geschützt
TGVollständig geschützt(01.01.2018)
VDVollständig geschützt(02.03.2005)
ZHVollständig geschützt(03.12.1964)
ARTeilweise geschützt(01.01.1995)
BLVollständig geschützt(01.01.2012)

Erhalten/ Fördern Gefährdungen und Massnahmen kleine, isolierte Vorkommen Schutz der Fundstellen (Mikroreservate) Regelmässige Bestandeskontrollen (Monitoring) Ex-situ Vermehrung von indigenem Material und Wiederansiedlung an ursprünglichen (oder potentiellen) Fundstellen, Vernetzung und Verstärkung von Vorkommen Erfolgskontrolle der Massnahmen gewährleisten Verbuschung und Beschattung von Felsgraten Gratkanten teilweise entbuschen Felsfüsse durch das Fällen einzelner Bäume auslichten Mechanische Einwirkungen durch Freizeitaktivitäten (Wanderer, Kletterer) Bessere Besucherlenkung Gratnahe Trampelpfade und Rastplätze sperren Schutzvereinbarungen mit Verantwortlichen der Klettergebiete treffen Renovationen und Sanierungsarbeiten an Schlössern und Ruinen Information der verantwortlichen Stellen, Koordination der Bauvorhaben mit Artenschutzerfordernissen, Schonung der Vorkommen Beweidung Falls nötig Umzäunen der durch Beweidung gefährdeten Bereiche, dafür jedoch regelmässig entbuschen Ausgraben Öffentlichkeit besser informieren und sensibilisieren (Hinweistafeln zum absoluten Pflückverbot) In-situ Massnahmen Close Mehr Informationen Merkblatt Artenschutz D. Knecht, 1999: Artenschutz für Anagallis minima, Sedum rubens, Falcaria vulgaris und Dianthus gratianopolitanus im Kanton Basel-Landschaft DAV-Landesverband Baden-Württemberg, 2006: Pfingstnelke ( Dianthus gratianopolitanus) C. M. Putz et al., 2015: Living in isolation - population structure, reproduction, and genetic variation of the endangered plant species Dianthus gratianopolitanus (Cheddar pink), Ecology and Evolution; 5 (17): 3610 - 3621