Oppiella splendens (C. L. Koch, 1841) Form a und Form b
Bestimmung nach WOAS (1986:192)
Form a: Länge 280-320 µm, Länge:Breite 1,65-1,90 (3 Ex.)
Form b: Länge 285-295 µm, Länge:Breite 1,80-2,00 (6 Ex.)
Belegmaterial: Für die vermessenen Exemplare der Formen a und b siehe WOAS 1986); außerdem: Stadtwald Ettlingen, Moderbuchenwald, Moosaufwuchs an Baumstubben, III/1991, 50 Ex., LNK A 0372 .
Diskussion
Die Art ist, wie Woas (1986) in einer ausführlichen Diskussion darlegt, wahrscheinlich sehr variabel. Innerhalb dieser Variabilität lassen sich aber in unserem Material aus dem Stadtwald Ettlingen, ja - siehe Beschreibung von Woas - in einer einzigen Probe, zwei Formen mehr oder weniger deutlich unterscheiden. Woas entschied sich dafür, sie nicht als getrennte Arten zu führen . Eine andere Entscheidung läßt sich auch zum jetzigen Zeitpunkt nicht treffen, da kaum weiteres Material hinzugekommen ist .
Unterschiede lassen sich vor allem bei folgenden Merkmalen finden:
- Sensillus mit nahezu glatter Keule (Form a) bzw. mit terminal beborsteter Spindel (Form b),
- interbothridiale Kämme deutlich und rechtwinklig nach innen umgebogen (Form a) bzw. undeutlich ausgebildet (Form b),
- Färbung blaß (Form a) bzw. kräftig hellbraun oder kastanienbraun (Form b).
Die Körpermaße variieren schon bei den jeweils 3 zur Verfügung stehenden Exemplaren so, daß sich die Bereiche völlig überschneiden, so daß weitere Exemplare zwar Tendenzen verstärken, aber kaum klare Unterschiede bringen können: Form b erscheint schlanker, wiewohl sich die entsprechenden Meßwerte mit Form a überlappen .
Auch die ökologischen Daten geben keinen sicheren Hinweis auf unterschiedliche Ansprüche: Beide Formen wurden in ein und derselben Moosprobe gefunden, Form b darüber hinaus auch dreimal in Barberfallen und zwar 2 Exemplare im Juli und 1 im September. In den Berleseproben der Streuschicht wurden lediglich 1988 und 1989 je einmal 1 bzw. 2 Tiere gefunden. Bei intensiver Beprobung der Versuchsfläche ein Jahr nach dem Windbruch im Februar 1990 (siehe Einleitung) wurden Anfang März 1991 in 2 Proben von Moosaufwuchs an einem Baumstubben über 100 Tiere gefunden, die sich nicht in zwei Formen trennen lassen, die aber das beträchtliche Variabilitätsspektrum dieser Art widerspiegeln.